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"Ich
bin nicht an meinen Rollstuhl "gefesselt", wie es im Alltagsjargon gerne, ohne
zu denken, salopp dahin gesagt wird ...
Ich lebe seit dem Jahr 2005 im Rollstuhl; eine
Vereiterung am Rückenmark hat meine Nervenbahnen gestört bzw. geschädigt und mir
eine so genannte "inkomplette Querschnittlähmung" eingebracht.
Mein Leben hat sich seither drastisch verändert; der
Alltag ist nicht frei von Barrieren - beim Schlafen, beim Aufenthalt in der
Toilette (Verdauung), beim Duschen, Ankleiden, bei Auto fahren, bei der
Mobilität überhaupt, beim
Liebesleben, bei der Arbeit, im Alltag und so weiter und
so fort.
"Aufgeben tut man nur einen Brief", heißt es in
gelähmten Kreisen. Therapien und Hoffnung prägen das Leben eines Gelähmten.
Solange es Fortschritte und Änderungen zum Positiven gibt, seien sie auch noch
so klein, besteht Hoffnung auf ein Wiederauferstehen. Ich arbeite an meiner
"Wiederauferstehung".
Die Vorträge bei THL halte ich deshalb gerne, weil es
für mich eine Möglichkeit ist, zu kommunizieren, dass Menschen, die im Rollstuhl
leben müssen, am Alltag teilhaben wollen, wenn sie nur können (dies ist
natürlich sowohl vom Grad der eigenen Behinderung als auch von der
Barrierefreiheit im öffentlichen Leben abhängig).
Mitleid ist nicht gefragt! Das Aufzeigen von Problemen
und Hindernissen von "ge-hinderten" Menschen ist mir ein Anliegen. Man ist "ge-hindert",
weil man nicht gehen kann (nebst anderen Problemen der Lähmung). "Be-hindert"
wird man allein von den Umständen im öffentlichen Leben."
Helmut Puritscher
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